Impulse für effiziente Vertriebe und wirksame Führung

„Warum versteht sie das nicht?“ Das war mein erster Gedanke. Eine Mitarbeiterin sitzt vor mir. Technisch einfach nicht auf dem Niveau, das meinem entspricht. Keine Zeit. Das nächste Meeting wartet. Ich habe das Gefühl, alles 1000mal erklären zu müssen. Als Ventil hätte mich einfach über sie lustig machen können. Blöde Sprüche kenne ich zuhauf. Oder meinen Frust einfach rauslassen. Kurz hätte sich das vielleicht sogar gut angefühlt. Aber genau in diesem Moment entscheidet sich Führung. Denn: 👉 Mein technisches Verständnis ist nicht der Maßstab für mein Team. Wenn ich erwarte, dass alle so sind wie ich, habe ich kein Team – sondern eine Kopie von mir selbst. Und genau das ist eines der größten Probleme im Mittelstand. Fachlich starke Führungskräfte treffen auf unterschiedlich starke Mitarbeitende und verlieren irgendwann die Geduld Die Folge? unterschwellige Abwertung Vertrauensverlust Menschen ziehen sich zurück Und plötzlich bleibt das Team unter seinen Möglichkeiten. Die eigentliche Frage ist also nicht: „Warum kann sie das nicht?“ Sondern: „Wie führe ich Menschen, die anders ticken als ich?“ Ich habe für mich eine klare Entscheidung getroffen. Ich trainiere nicht mehr zu bewerten. Das ist sehr ambitioniert, denn schliesslich sind wir Menschen regelrechte Bewertungsmaschinen. Führung bedeutet eben nicht, dass alle auf meinem Niveau funktionieren. Führung bedeutet, dass jeder auf seinem Niveau wirksam wird. Daher möchte ich Übersetzer sein. Ich möchte meine Vorstellungen von unserer Arbeit in die Welt der Kollegin "übersetzen". Und das verändert alles. Statt zu denken: „Warum versteht sie das nicht?“, frage ich mich „Wie muss ich es erklären, damit es für sie Sinn ergibt?“ Das ist der Unterschied zwischen: Experte sein und Führungspersönlichkeit sein. Was dann passiert: Gespräche werden ruhiger Widerstände nehmen ab Entwicklung wird möglich Der Hebel, den viele unterschätzen: Menschen scheitern selten an fehlendem Willen, sondern an fehlender Übersetzung. Wenn Du als Führungskraft nur bewertest, erzeugst Du Druck. Wenn Du übersetzt, erzeugst Du Entwicklung. An diesem Punkt fangen Teams an zu wachsen. Aber nur „Verständnis haben“ reicht nicht. Du brauchst Struktur. Ich arbeite in solchen Situationen mit drei klaren Schritten: 1. Realität anerkennen - ohne Bewertung „Das ist aktuell ihr Stand.“ Kein Vergleich. Kein inneres Augenrollen. Nur Klarheit. 2. Microsteps definieren kleinste sinnvolle Entwicklungsschritte maximal ein Thema gleichzeitig schnelle Erfolgserlebnisse ermöglichen Nicht überfordern. Sondern entwickeln. 3. Verantwortung übergeben „Das ist Dein nächster Schritt.“ „Das erwarte ich bis dann und dann.“ Denn: Entwicklung ohne Verbindlichkeit ist nur Beschäftigung. Was viele Führungskräfte nicht sehen: Genau an diesen Punkten entscheidet sich, ob ein Team wächst oder stehen bleibt. Im komplexen B2B-Vertrieb ist das übrigens täglich sichtbar: Vertrieb versteht Technik nicht Technik versteht Vertrieb nicht und die Führung verliert die Geduld Die Folge? Reibung. Stillstand. Frust. Oder anders gesagt: Nicht fehlendes Wissen ist das Problem, sondern fehlende Führung Hier beginnt echte Wirksamkeit. Nimm Dir bewusst Zeit, um Deine aktuellen Erfahrungen in Führung und Vertrieb zu reflektieren. Gehe die letzten Tage durch und identifiziere die entscheidenden Situationen: Wo hast Du Wirkung erzielt? Wo gab es Reibung? Und was kannst Du konkret daraus für Dein zukünftiges Handeln ableiten? Viel Freude und Erfolg dabei wünscht Marc Hülsers









